Image result for Rio TintoDas weltweit zweitgrößte Minenunternehmen Rio Tinto teilte mit, dass seine jüngste Entscheidung, die Vertriebs- und Marketingteams in London und anderen europäischen Ländern zu einem in Frankfurt, Deutschland, zusammenzulegen, weniger mit den Unsicherheiten und Veränderungen durch den bevorstehenden Brexit, als vielmehr mit “Synergien” zu tun habe.

In einem Interview mit der Australian Financial Review sagte CEO Jean-Sébastien Jacques, der Plan sei Teil einer breiteren Reorganisation des Unternehmens, die bereits im Februar dieses Jahres gestartet wurde. Eines der Ziele hierbei sei die Einrichtung von drei globalen Hubs für das Unternehmen. Somit wird der regionale Hub für die Region Europa in Deutschland liegen. Dies ist ein Erfolg für den Finanzplatz Frankfurt, der im Rahmen des Brexit mit anderen Standorten in Kontinentaleuropa konkurriert.

Anstatt näher darauf einzugehen und zu kommentieren, wie der britische Brexit-Prozess diese Entscheidung zugunsten Frankfurt am Main beeinflusst haben könnte, nannte Rio Tinto das Marketing sowie kommerzielle Synergien als die Hauptgründe, warum die derzeit in London ansässigen Supportmitarbeiter ab September diesen Jahres an die Mainmetropole nach Frankfurt umziehen werden.

Jacques, der wiederholt gesagt hat, dass er keine Pläne hat, den Hauptsitz der Gruppe aus Großbritannien zu verlegen oder ein Büro in Melbourne, Australien, aufzugeben, hat alle seine Aktivitäten als CEO darauf ausgerichtet, die Produktivität zu verbessern und die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Unter anderem aus diesen Gründen war es Rio Tinto im Jahr 2017 möglich, ein Dreijahreshoch bei seinem Börsenkurs zu erreichen. Im vergangenen Jahr schüttete das Unternehmen zugleich eine Rekorddividende aus. Nicht alle Erfolge gehen dabei auf den neuen CEO zurück. Es war der erste Jahresbericht für Jacques, der erst im Juli 2016 die Nachfolge von Ex-Chef Sam Walsh antrat.

Unter CEO Jean-Sébastien Jacques hat sich Rio Tinto nun stark darauf konzentriert, die Kosten zu senken und Barmittel zu generieren. Investoren sollen bei Laune gehalten werden, indem das Unternehmen so viel wie möglich durch Dividenden und Aktienrückkäufe an sie zurückgibt.